Der Name Malafa und der Spargel sind jetzt schon über 150 Jahre miteinander verbunden: Mein Urgroßvater kam 1876 von Böhmen nach Österreich. Am Maierhof in Wolfpassing lernte er den Spargel als "Gemüse für die besseren Leute" kennen.

1890 übersiedelten die Malafas nach Goldgeben und begannen selbst, am ersten kleinen Acker Spargel anzubauen. In den nächsten Jahrzehnten ermöglichte insbesondere die Nähe zu den Wiener Märkten vielen Bauern den Spargelanbau auf kleinen Flächen mitzubetreiben. Damals wurde in Österreich mehr Spargel kultiviert als heute. Bereits 1914 gab es eigene Spargelsammelstellen, wo der Spargel streng sortiert und dann per Bahn nach Wien gebracht wurde. Mit dem Krieg und der darauf folgenden Hungersnot wurden jedoch viele Spargelflächen gerodet und stattdessen Erdäpfel angebaut. Unsere Familie hingegen blieb dem Spargel treu.

Als ich 1985 nach dem plötzlichen Tod meines Vaters den Betrieb mit viel Ehrgeiz übernahm, wollte ich eigentlich nur Eines: 
Genauso glücklich und erfolgreich sein, wie mein Vater es war. Ich war 23 Jahre jung, verliebt, als Schlosser sehr gut ausgebildet aber als Bauer unerfahren.

So begann ich das zu tun, was ich von meinem Vater gelernt, gesehen und erfahren hatte. Eigentlich glaubte ich, alles genauso zu meistern wie er. Auf unseren Feldern wurde damals noch Gerste, Weizen, Roggen, Mais, Rüben, Erdäpfel und 2 Hektar Spargel angebaut. Am Hof gab es neben Schweinen, Kühen, Stieren, Enten und Hühnern auch noch 2 Schafe und ein Pony.

Aber irgendwie hat mich damals die Zeit überholt:
Sehr bald musste ich erkennen, dass die Vielfalt auf unserem Bauernhof sehr schlechte Erträge erwirtschaftete, traditionelle Arbeitsabläufe funktionierten nicht mehr und selbst die Vermarktung wollte auf einmal nicht mehr so richtig klappen. So wurden nach und nach verschiedene Bereiche aufgelassen. Die Freude an der Arbeit ging immer mehr verloren.

Heute bin ich um vieles erfahrener, glücklich verheiratet mit Patricia (einer gebürtigen Engländerin) und stolz auf unsere vier Kinder Andreas, Stefan, Christina und Richard. 
Und ich bin reich:

  • reich an Zuversicht
  • reich an Visionen für die Zukunft
  • reich an Lebensqualität.

Zwischen damals und heute ist einiges passiert:
Irgendwann habe ich von der Bauernakademie erfahren, bin dort eingestiegen und dann ist es erst richtig los gegangen.
Ich habe Leute getroffen, die genauso "querdenken" wie ich. 
Wir haben über Träume gesprochen, Visionen gezeichnet und Ziele formuliert. 
Wir haben Menschen betrachtet, Stimmen gehört, Texte gelesen und verstehen gelernt. 
Wir lernten Steuern zu sparen und Kapital zu vermehren, dem Stress zu entgehen und Freizeit zu planen. 
Wir haben Krisen durchleuchtet und darin Chancen erkannt. 
Wir haben Schwächen gesucht und Stärken gefunden. 
Wir haben neue Märkte bearbeitet und dabei Nischen entdeckt. 
Wir haben Methoden entwickelt, um Konflikte zu lösen, Engpässe zu nutzen und Bedürfnisse zu erkennen.

In dieser Zeit habe ich sehr viel Neues erfahren und dabei mich selbst viel besser kennen gelernt. Für meine Zukunft wurde mir klar: Nicht die Größe des Betriebes, nicht der Ackerboden und sein Erntegut, nicht der Markt und seine Mitbewerber sondern die Stärken jedes einzelnen Betriebsführers sind erfolgsbestimmend.

Die Bauernakademie und viele folgende Weiterbildungskurse haben mir Perspektiven für die Zukunft und viel Kraft für die Umsetzung von neuen Ideen vermittelt. Ich kann nur jedem raten: Tu was - Fortbildung bringt dich weiter!

In diesen Jahren vergrößerten wir fast jährlich unsere Spargelflächen, gleichzeitig investierten wir sehr viel Zeit in Weiterbildung. Heute kultivieren wir 35 Hektar Spargel. Wir legen großen Wert auf das natürliche Wachsen des Spargels. Wir haben keine künstliche Bewässerung, die Düngung erfolgt ausschließlich mit Kompost. Wichtig ist uns außerdem eine professionelle Vermarktung unseres Produktes. Unser höchstes Ziel ist: Bring frischen Spargel in bester Qualität zum Kunden. Die Spezialisierung auf den Spargelanbau ermöglicht uns mit nur 9 Hektar Eigengrund als Vollerwerbsbetrieb zu bestehen. Und trotz der stressigen Saisonarbeit können wir unseren Kindern Freude an der Arbeit in und mit der Natur vermitteln.

Eckdaten

  • 2 Hektar Spargelanbaufläche 1985

    Auf unseren Feldern wurde damals noch Gerste, Weizen, Roggen, Mais, Rüben, Erdäpfel und 2 Hektar Spargel angebaut. Am Hof gab es neben Schweinen, Kühen, Stieren, Enten und Hühnern auch noch 2 Schafe und ein Pony.

  • 35 Hektar Bio-Spargenanbaufläche 2013

    Heute kultivieren wir 35 Hektar Spargel biologisch. Wir legen großen Wert auf das natürliche Wachsen des Spargels. Wir haben keine künstliche Bewässerung, die Düngung erfolgt ausschließlich mit Kompost.